Die erste Serie – Aufbau und Weg durch Yoga Chikitsa
Aktualisiert am 3 Minuten Lesezeit
Die erste Serie, Yoga Chikitsa, ist das Herzstück der Ashtanga-Praxis. Sie wird Haltung für Haltung gelernt – oft über Jahre. Hier ist der Aufbau im Überblick und ein realistischer Weg hinein.
- Name
- Yoga Chikitsa, „Yoga-Therapie“
- Dauer vollständig
- etwa 75–100 Minuten
- Schwerpunkt
- Vorbeugen, Hüften, Kräftigung
- Lernzeit
- Monate bis Jahre
EkamWarum „Therapie“?
Yoga Chikitsa bedeutet sinngemäß „Yoga-Therapie“. Gemeint ist keine medizinische Behandlung, sondern die Vorstellung, dass die Serie den Körper grundlegend ordnet: Die vielen Vorbeugen dehnen die Rückseite, die Hüftöffnungen lösen, die Vinyasas kräftigen Arme und Rumpf. Die Serie ist so gebaut, dass sie das Fundament für alles Weitere legt.
DveDer Anfang: Sonnengrüße
Jede Praxis beginnt mit Surya Namaskara A und B. Üblich sind fünf A und drei bis fünf B. Sie wärmen auf, bringen den Atem in den Rhythmus und enthalten die Bewegungen, die später zwischen allen Sitzhaltungen wiederkehren. Mehr unter Sonnengruß.
TriniDie Stehhaltungen
Die Stehhaltungen sind in allen Serien gleich. Sie beginnen mit zwei Vorbeugen im Stand (Padangusthasana und Padahastasana), gefolgt von Dreieck und gedrehtem Dreieck, seitlichem Winkel, gegrätschten Vorbeugen, der intensiven Flankendehnung, dem Stand auf einem Bein mit gehaltenem Fuß, dem halben gebundenen Lotus im Stand, der Stuhlhaltung und den Kriegern. Sie bauen Kraft in den Beinen und Stabilität im Becken auf.
ChatvariDie Sitzhaltungen
Mit Dandasana, dem Stock, beginnt der eigentliche Kern der ersten Serie. Es folgen Vorbeugen in vielen Variationen, halbe Lotushaltungen, Drehungen, die berühmten Marichyasanas und schließlich Haltungen wie Kurmasana und Garbha Pindasana, die Hüften und Rücken viel abverlangen. Zwischen den Seiten und Haltungen verbinden Vinyasas die Praxis – das kostet Kraft und hält warm.
| Abschnitt | Beispiele | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Vorbeugen | Paschimottanasana, Janu Sirsasana | Rückseite der Beine, Rücken |
| Hüftöffnung | Ardha Baddha Padma Paschimottanasana, Baddha Konasana | Hüfte, Knie schonend führen |
| Drehungen | Marichyasana C und D | Wirbelsäule, Bandhas |
| Kräftigung | Navasana, Bhujapidasana | Rumpf, Arme |
PanchaDie Abschlusssequenz
Am Ende steht bei jeder Serie dieselbe Folge: Rückbeuge (Urdhva Dhanurasana), Schulterstand und seine Variationen, der Fisch, der Kopfstand und schließlich drei Lotushaltungen mit dem Abheben in Utplutih. Danach folgt die Ruhe in Shavasana. Wie Lotus und Fisch geübt werden, zeigen Lotussitz und Fisch.
ShatWie man die Serie lernt
Niemand beginnt mit der ganzen Serie. Einsteiger üben Sonnengrüße, einige Stehhaltungen und eine verkürzte Abschlusssequenz. In der Mysore-Klasse kommen neue Haltungen dazu, wenn die vorherigen sicher sitzen. Manche Haltungen – etwa Marichyasana D oder Supta Kurmasana – wirken lange unerreichbar. Das ist normal und kein Grund zum Aufgeben. Mehr zu diesem Prozess steht unter Herausforderungen.
Die erste Serie ist kein Ziel, das man „schafft“, sondern ein Werkzeug, das man benutzt. Auch langjährige Übende kehren immer wieder zu ihr zurück.
SaptaHäufige Fragen
Wie lange dauert es, die erste Serie zu lernen?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche kennen die Abfolge nach einem halben Jahr, üben aber noch lange an einzelnen Haltungen. Andere brauchen mehrere Jahre, bis sie die Serie vollständig praktizieren. Beides ist in Ordnung. Entscheidend ist, dass die Praxis ruhig und schmerzfrei bleibt.
Darf ich Haltungen auslassen, die ich noch nicht kann?
In der klassischen Mysore-Methode hört man an der Haltung auf, die noch nicht sitzt, und geht in die Abschlusssequenz. Viele Lehrende sind heute flexibler und lassen einzelne Haltungen abwandeln oder überspringen, besonders bei Verletzungen. Sprich das mit deiner Lehrperson ab.
Kann ich die erste Serie zu Hause mit einem Video lernen?
Videos helfen, die Reihenfolge zu verstehen, ersetzen aber keine Korrektur. Viele Fehler, etwa im Lotus oder in Chaturanga, sieht man selbst nicht. Eine gute Lösung ist, die Serie in einem Kurs oder einer Mysore-Klasse zu lernen und zu Hause zu wiederholen.