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Das System

Die Rolle des Atems – Ujjayi im Ashtanga Yoga

Aktualisiert am 3 Minuten Lesezeit

Im Ashtanga Yoga führt der Atem, der Körper folgt. Die Ujjayi-Atmung – gleichmäßig, durch die Nase, mit einem leisen Rauschen – ist der rote Faden durch jede Praxis.

Atemweg
durch die Nase
Klang
leises Rauschen im Rachen
Verhältnis
Ein- und Ausatmung etwa gleich lang
In Haltungen
meist fünf Atemzüge
einatmenausatmeneinatmenausatmenEin Atemzug, eine Bewegung – ohne Anhalten, mit hörbarem, weichem Rauschen
Ein- und Ausatmung sind etwa gleich lang und gehen ohne Pause ineinander über. Jede Bewegung sitzt auf einem Atemzug.

EkamWas Ujjayi ist

Bei der Ujjayi-Atmung wird der Kehlkopfbereich leicht verengt, ähnlich wie beim Flüstern. Dadurch entsteht beim Ein- und Ausatmen ein gleichmäßiges, weiches Rauschen, das an Meeresrauschen erinnert. Geatmet wird durch die Nase, der Mund bleibt geschlossen.

DveSo lernst du den Klang

  1. Setz dich aufrecht hin und hauche mit offenem Mund aus, als wolltest du einen Spiegel beschlagen. Achte auf das Geräusch im Rachen.
  2. Mach dasselbe beim Einatmen.
  3. Schließe dann den Mund und behalte die leichte Verengung im Rachen bei, während du durch die Nase atmest.
  4. Werde langsamer: Zähle innerlich vier bis fünf beim Einatmen und genauso lange beim Ausatmen.

TriniAtem und Bewegung

Im Ashtanga ist jede Bewegung einem Atemzug zugeordnet. Hebst du die Arme, atmest du ein; beugst du dich vor, atmest du aus. Die Bewegung dauert so lange wie der Atemzug – nicht kürzer, nicht länger. Das klingt einfach und ist anfangs die größte Herausforderung, weil man in schwierigen Haltungen dazu neigt, den Atem anzuhalten.

ChatvariAtem und Bandhas

Ujjayi und die Bandhas gehören zusammen. Eine feine Spannung im Unterbauch lenkt die Einatmung eher in den Brustkorb und hält den Rumpf stabil. So entsteht Wärme, ohne dass die Praxis hektisch wird.

PanchaHäufige Fehler

  • Zu laut: Der Atem soll hörbar sein, aber nicht den Raum füllen. Ein angestrengtes Röcheln zeigt, dass zu viel gepresst wird.
  • Zu schnell: Viele atmen in schnellen Übergängen hastig. Besser die Bewegung verlangsamen als den Atem beschleunigen.
  • Anhalten: In anstrengenden Haltungen stockt der Atem. Das ist ein Zeichen, einen Schritt zurückzugehen.
  • Mundatmung: Wer durch den Mund atmen muss, übt meist zu intensiv.

Bei Schwindel, Kurzatmigkeit oder Druck im Kopf die Praxis unterbrechen und normal atmen. Wer Erkrankungen der Atemwege, Bluthochdruck oder Herzprobleme hat, bespricht das Üben am besten vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt.

ShatUjjayi und Pranayama

Im Sinne der acht Glieder ist Pranayama die Lenkung des Atems. Ujjayi ist eine Form davon, aber keine vollständige Pranayama-Praxis. Eigenständige Atemübungen mit Atempausen wurden in der Tradition erst vermittelt, wenn die Asana-Praxis gefestigt war.

Der Atem ist das beste Messinstrument deiner Praxis: Solange er ruhig und gleichmäßig fließt, bist du auf dem richtigen Weg – auch wenn die Haltung noch lange nicht „fertig“ aussieht.

SaptaHäufige Fragen

Wie lang sollte ein Atemzug sein?

Es gibt keine feste Vorgabe. Viele Lehrende empfehlen etwa vier bis fünf Sekunden für die Einatmung und gleich lang für die Ausatmung. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass der Atem gleichmäßig bleibt und du ihn in schwierigen Haltungen nicht verkürzt oder anhältst.

Warum hört man im Mysore-Raum alle atmen?

Weil alle Ujjayi atmen. Das leise Rauschen vieler Menschen gleichzeitig gehört zur Atmosphäre einer Mysore-Klasse und hilft beim eigenen Rhythmus. Es ersetzt gewissermaßen die Musik, die es im Ashtanga nicht gibt.

Kann ich Ujjayi auch außerhalb der Praxis nutzen?

Ja, ein paar ruhige Atemzüge mit leichtem Rauschen können in stressigen Momenten helfen, langsamer zu atmen. Im Alltag reicht aber auch ein ganz normaler, langsamer Atem durch die Nase – Ujjayi ist vor allem ein Werkzeug für die Bewegung.

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