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mysore·morgenAshtanga Yoga verstehen – in Hamburg und überall
Das System

Mysore-Stil – gemeinsam üben, jede und jeder für sich

Aktualisiert am 4 Minuten Lesezeit

Wer zum ersten Mal in einen Mysore-Raum kommt, wundert sich oft: Niemand sagt an, trotzdem üben alle konzentriert. Jede Person macht ihre eigene Praxis, die Lehrperson geht herum. Genau so wird Ashtanga traditionell gelernt.

Name
nach der Stadt Mysore in Südindien
Ablauf
selbstständige Praxis, individuelle Anleitung
Übliche Zeit
früher Morgen
Ergänzung
geführte Klasse, meist einmal pro Woche
Traditioneller Rhythmus: sechs Tage üben, ein RuhetagMoPraxisDiPraxisMiPraxisDoPraxisFrPraxisSaRuhetagSoPraxisVoll- und Neumond: traditionell ebenfalls übungsfrei
Der traditionelle Wochenrhythmus: sechs Übungstage, ein Ruhetag, dazu frei an Voll- und Neumond.

EkamWoher der Name kommt

Der Begriff geht auf die Stadt Mysore (heute offiziell Mysuru) in Karnataka zurück. Dort unterrichtete K. Pattabhi Jois seine Schülerinnen und Schüler nicht in gemeinsamen Stunden, sondern einzeln im selben Raum. Mit der Verbreitung der Methode übernahmen Studios weltweit diese Unterrichtsform und nannten sie nach ihrem Ursprung.

DveWie eine Mysore-Klasse abläuft

  1. Der Raum ist meist ein Zeitfenster von zwei bis drei Stunden geöffnet. Man kommt, wann man kann, und beginnt sofort.
  2. Jede Person übt ihre eigene Abfolge, im eigenen Atemrhythmus. Es gibt keine Musik und keine Ansagen.
  3. Die Lehrperson beobachtet, korrigiert, gibt Hilfestellungen und erklärt, wenn nötig.
  4. Wer eine Haltung sicher beherrscht, bekommt die nächste gezeigt. Wer noch nicht so weit ist, hört an dieser Stelle auf und geht in die Abschlusssequenz.
  5. Am Ende liegt jede Person einige Minuten in Shavasana.

TriniWarum man die Abfolge auswendig lernt

Die Reihenfolge wird nicht vom Zettel geübt, sondern Stück für Stück gelernt. Das klingt anstrengend, ist aber der Kern der Methode: Wer nicht über die nächste Haltung nachdenken muss, kann mit der Aufmerksamkeit beim Atem bleiben. Einsteiger lernen zuerst die Sonnengrüße und einige Stehhaltungen, dann kommt nach und nach mehr dazu. Wie die ersten Wochen aussehen, steht unter Einstieg.

ChatvariDie Rolle der Lehrperson

In einer Mysore-Klasse ist die Lehrperson eher Begleitung als Vorturnerin. Sie sieht, wo jemand ausweicht, zu viel will oder etwas nicht versteht, und hilft mit Worten, einem Hinweis an der richtigen Stelle oder einer körperlichen Hilfestellung.

Körperliche Hilfestellungen, im Englischen „Adjustments“, gehören zur Tradition, sind aber nicht selbstverständlich. Viele Studios fragen heute vorher ausdrücklich nach Zustimmung oder arbeiten mit Karten, auf denen man angibt, ob man angefasst werden möchte. Du darfst jede Hilfestellung ablehnen – jederzeit.

PanchaGeführte Klassen

Viele Studios bieten zusätzlich einmal pro Woche eine geführte Klasse an, in der die Lehrperson die Vinyasas auf Sanskrit zählt und alle im gleichen Rhythmus üben. Sie hilft, das Tempo nicht zu verschleppen, und zeigt, wie lange fünf Atemzüge wirklich sind.

ShatRuhetage und Mondtage

Traditionell wird an sechs Tagen pro Woche geübt, der Samstag ist Ruhetag. An Voll- und Neumondtagen wird ebenfalls nicht geübt. Viele Frauen pausieren außerdem an den ersten Tagen der Menstruation. Diese Regeln werden unterschiedlich streng gehandhabt; für Einsteiger sind drei Einheiten pro Woche ein realistischer Anfang.

Der Mysore-Stil wirkt anfangs fremd, ist aber gerade für Einsteiger ideal: Niemand hetzt dich, und du bekommst Korrekturen, die zu deinem Körper passen.

SaptaHäufige Fragen

Kann ich als absolute Anfängerin oder absoluter Anfänger in eine Mysore-Klasse gehen?

Ja, in vielen Räumen ist das sogar der empfohlene Weg. Du lernst am ersten Tag nur wenige Bewegungen – oft nur den Sonnengruß A –, die Lehrperson zeigt sie dir einzeln und bleibt in der Nähe. Frag vorher, ob der Raum Einsteiger zu jeder Zeit aufnimmt oder nur zu festen Terminen, etwa am Monatsanfang.

Was mache ich, wenn ich die Abfolge vergesse?

Das passiert allen und ist kein Problem. Du schaust kurz, was die Lehrperson dir zeigt, oder fragst leise nach. Nach einigen Wochen sitzt die Reihenfolge von selbst. Zettel an der Matte sind in den meisten Mysore-Räumen unüblich, weil sie die Aufmerksamkeit vom Atem wegziehen – zu Hause kannst du aber gern mit einer Übersicht üben.

Wie lange dauert eine Mysore-Praxis?

Das hängt davon ab, wie weit du in der Serie bist. Einsteiger üben oft 30 bis 45 Minuten, wer die ganze erste Serie praktiziert, braucht 75 bis 100 Minuten. Weil jede Person ihr eigenes Tempo hat, kommen und gehen die Übenden zu unterschiedlichen Zeiten innerhalb des Zeitfensters.

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