Was ist Ashtanga Yoga?
Ashtanga Vinyasa Yoga ist eine dynamische Yogapraxis mit fester Reihenfolge. Jede Bewegung liegt auf einem Atemzug, jede Haltung hat ihren Blickpunkt, und die Abfolge bleibt jeden Tag gleich. Gerade diese Wiederholung macht die Methode aus.
EkamDie Grundidee: Vinyasa
Vinyasa bedeutet in diesem Zusammenhang die Verbindung von Atem und Bewegung. Jeder Übergang von einer Haltung in die nächste bekommt einen Ein- oder Ausatemzug. Die Übergänge sind durchgezählt, traditionell auf Sanskrit: Ekam, Dve, Trini und so weiter. So entsteht ein Fluss, in dem der Atem das Tempo vorgibt – nicht der Ehrgeiz.
In den Haltungen selbst bleibt man meist fünf Atemzüge. Zwischen den Seiten und zwischen den Sitzhaltungen verbinden kurze Bewegungsfolgen – ebenfalls „Vinyasa“ genannt – die einzelnen Asanas. Dadurch wird der Körper warm und die Praxis bleibt in Bewegung.
DveTristhana: Atem, Bandha, Drishti
Drei Dinge begleiten jede Haltung. Der Atem ist gleichmäßig und hörbar, die sogenannte Ujjayi-Atmung. Die Bandhas sind eine feine innere Spannung am Beckenboden und im Unterbauch. Der Drishti ist ein fester Blickpunkt, etwa die Nasenspitze oder die Zehen. Zusammen nennt man sie Tristhana, die „drei Orte“ der Aufmerksamkeit. Mehr zum Atem steht unter Ujjayi, zu Bandhas und Blickpunkten unter Grundlagen der ersten Serie.
TriniFeste Serien statt wechselnder Stunden
Ashtanga ist in Serien geordnet. Die erste Serie heißt Yoga Chikitsa, „Yoga-Therapie“; die zweite Nadi Shodhana, „Reinigung der Energiebahnen“; danach folgen vier fortgeschrittene Serien. Jede Serie beginnt mit denselben Sonnengrüßen und Stehhaltungen und endet mit derselben Abschlusssequenz. Neue Haltungen kommen erst dazu, wenn die vorherigen sicher sitzen. Einen Überblick gibt Die Serien, die erste im Detail die erste Serie Schritt für Schritt.
ChatvariMysore-Stil und geführte Klasse
Traditionell lernt man Ashtanga im Mysore-Stil: Alle üben gleichzeitig, aber jede und jeder im eigenen Tempo und nur so weit, wie die Lehrperson es freigegeben hat. Daneben gibt es geführte Klassen, in denen alle gemeinsam und im gezählten Rhythmus üben. Beide Formen ergänzen sich.
PanchaWoher der Name kommt
„Ashtanga“ heißt „acht Glieder“ und verweist auf das Yogasutra des Patanjali, in dem der Yogaweg in acht Stufen beschrieben wird – von ethischen Grundsätzen über Haltung und Atem bis zur Versenkung. Die Körperpraxis ist in dieser Sicht nur einer von acht Bausteinen. Mehr dazu unter Die acht Glieder. Die Geschichte der Methode selbst beginnt im Mysore des 20. Jahrhunderts, siehe Geschichte.
Ashtanga ist kein Stil für „Sportliche“, sondern eine Methode mit klarer Struktur. Wer anfängt, übt eine kurze Version, und die Praxis wächst mit der Zeit.
Die Beiträge
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