Der Lotussitz – Padmasana im Ashtanga
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Am Ende jeder Ashtanga-Praxis sitzt man im Lotus. Für viele ist es die Haltung, die am längsten auf sich warten lässt – und die, bei der Geduld am wichtigsten ist, weil sie die Knie schnell überfordert.
- Übersetzung
- Lotus
- In der Praxis
- Abschlusssequenz, halbe Lotushaltungen in der ersten Serie
- Drishti
- Nasenspitze
- Vorsicht
- Knie, Leiste
EkamWo der Lotus vorkommt
In der Abschlusssequenz folgen drei Lotushaltungen aufeinander: Baddha Padmasana (gebundener Lotus, die Hände greifen hinter dem Rücken die Füße), Yoga Mudra (dasselbe mit Vorbeuge), dann Padmasana selbst mit zehn Atemzügen und schließlich Utplutih, das Abheben des ganzen Körpers aus dem Lotus. Schon vorher, in der Schulterstand-Folge und im Fisch, sind die Beine im Lotus verschränkt.
DveDie Vorbereitung
Die erste Serie bereitet den Lotus über halbe Lotushaltungen vor – im Stand und im Sitzen. Dort wird immer nur ein Bein in den Lotus gelegt. Erst wenn das auf beiden Seiten ohne Druck im Knie gelingt, ist der volle Lotus sinnvoll.
TriniHüfte, nicht Knie
Das Knie ist ein Scharniergelenk und verträgt kaum Drehung. Die Bewegung, die den Fuß in die Leiste bringt, muss aus der Hüfte kommen – sie dreht den Oberschenkel nach außen. Ist die Hüfte dafür nicht offen genug, weicht die Drehung ins Knie aus. Genau das führt zu den typischen Knieverletzungen.
- Bein anwinkeln, Ferse zum Gesäß ziehen, das Knie vollständig schließen.
- Den Oberschenkel aus der Hüfte nach außen drehen und das Knie sinken lassen.
- Den Fuß mit den Händen an Knöchel und Fußsohle – nicht am Zeh – in die Leiste führen.
- Das zweite Bein erst dazunehmen, wenn das erste ohne Druck liegt.
Stechender Schmerz an der Innen- oder Außenseite des Knies bedeutet: sofort lösen. Nicht mit den Händen oder mit Hilfe einer anderen Person nachdrücken. Lieber monate- oder jahrelang im Schneidersitz sitzen als einen Meniskus riskieren.
ChatvariAlternativen
- Halber Lotus: nur ein Fuß auf dem Oberschenkel.
- Schneidersitz auf einer gefalteten Decke, damit die Knie tiefer als die Hüften liegen.
- Kniesitz mit Kissen zwischen Gesäß und Fersen.
PanchaWarum am Ende sitzen?
Die Lotushaltungen am Ende der Praxis dienen dem stillen Sitzen: Rücken aufrecht, Atem ruhig, Blick zur Nasenspitze. Es geht nicht um die Form der Beine, sondern um den Übergang von der Bewegung in die Ruhe. Diesen Moment kann man in jeder Sitzhaltung erleben. Mehr zum stillen Sitzen steht unter Meditation.
ShatHäufige Fragen
Kann jeder Mensch den Lotus lernen?
Nicht unbedingt. Die Form von Hüftgelenk und Oberschenkelknochen ist individuell, und manche Körper lassen die nötige Außenrotation schlicht nicht zu. Das ist kein Mangel an Übung. Für diese Menschen ist der Schneidersitz oder ein halber Lotus die richtige Form.
Welches Bein kommt zuerst?
Traditionell wird zuerst das rechte Bein gelegt, dann das linke darüber. Wer eine Seite deutlich leichter findet, kann in Absprache mit der Lehrperson abwechseln, damit sich keine Einseitigkeit festsetzt.
Mein Knie knackt im halben Lotus – ist das schlimm?
Ein schmerzfreies Knacken ist meist harmlos. Schmerz, ein Einklemmgefühl oder Schwellungen danach sind dagegen Warnzeichen. Dann die Haltung abwandeln und das Knie ärztlich untersuchen lassen, wenn die Beschwerden bleiben.