Meditation – Stille als Teil der Ashtanga-Praxis
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Ashtanga wird oft „bewegte Meditation“ genannt. Das stimmt, wenn Atem, Blick und Bewegung eins werden. Viele Übende ergänzen die Praxis trotzdem um einige Minuten stilles Sitzen – und merken, wie sehr beides zusammengehört.
- Im Ablauf
- nach den Lotushaltungen, vor Shavasana
- Dauer
- 5–15 Minuten
- Sitz
- Lotus, Schneidersitz oder Kissen
- Fokus
- Atem, ein Punkt, ein Klang
EkamPraxis als Meditation
Die Bausteine der Ashtanga-Praxis entsprechen klassischen Meditationstechniken: Der gleichmäßige Atem ist ein Objekt der Aufmerksamkeit, der Drishti ein fester Punkt, die festgelegte Abfolge verhindert, dass man über das Programm nachdenken muss. Im Sinn der acht Glieder übt man damit Pratyahara, den Rückzug der Sinne, und Dharana, die Konzentration.
DveStilles Sitzen nach der Praxis
Nach dem letzten Lotus, bevor du dich zu Shavasana hinlegst, ist ein guter Moment, einige Minuten still zu sitzen. Der Körper ist warm und müde, der Atem ruhig. Du brauchst keine besondere Technik:
- Aufrecht sitzen – im Lotus, im Schneidersitz oder auf einem Kissen.
- Den Ujjayi-Atem loslassen und natürlich atmen.
- Den Atem an der Nasenspitze spüren, ohne ihn zu verändern.
- Wenn Gedanken kommen, freundlich zum Atem zurückkehren.
- Nach fünf bis zehn Minuten in Shavasana legen.
TriniDrei einfache Übungen
- Atemzüge zählen: von eins bis zehn, dann von vorn. Wer sich verzählt, beginnt einfach neu.
- Körper durchwandern: die Aufmerksamkeit langsam von den Füßen bis zum Kopf wandern lassen.
- Hören: nur wahrnehmen, was zu hören ist – Straße, Vögel, der eigene Atem –, ohne es zu bewerten.
Meditation ist kein Zustand, den man erreicht, sondern ein Üben des Zurückkehrens. Wer in zehn Minuten zwanzigmal abschweift und zwanzigmal zurückkommt, hat zwanzigmal geübt.
ChatvariWas man erwarten kann
Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Meditation das Stressempfinden verringern kann. Wunder sollte man nicht erwarten. Viele berichten eher von kleinen Veränderungen: etwas mehr Abstand zu Gedanken, etwas ruhigere Reaktionen. Das passt gut zu einer Praxis, die ohnehin auf Geduld beruht.
Wer unter einer psychischen Erkrankung leidet oder in einer akuten Krise steckt, sollte längere Meditationen mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten absprechen. Intensive Stille kann belastende Gefühle verstärken.
PanchaHäufige Fragen
Brauche ich ein Meditationskissen?
Nicht unbedingt, aber ein Kissen oder eine gefaltete Decke unter dem Gesäß hilft den meisten, länger aufrecht zu sitzen. Die Knie sollten dabei tiefer als die Hüften liegen.
Sollte ich vor oder nach der Asana-Praxis meditieren?
Viele finden es nach der Praxis leichter, weil der Körper müde und der Kopf ruhiger ist. Andere sitzen lieber vorher, um in die Praxis anzukommen. Beides ist möglich.
Wie lange sollte ich meditieren?
Fünf Minuten regelmäßig sind besser als eine Stunde einmal im Monat. Wer mehr möchte, kann die Zeit langsam verlängern.